Japan: Überwachung der Angestellten über Handys
28 January 2011
Japan war schon immer wegen der Arbeitsamkeit ihrer Einwohner und der immensen Zeit, die Angestellten an ihren Arbeitsplätzen verbringen, bekannt. Aber nicht nur das, denn das Land ist auch wegen der allgegenwärtigen Missachtung von Privatsphäre sowohl seitens der Arbeitgeber als auch seitens der Arbeitnehmer berüchtigt.
Die Überwachung von Angestellten mit Hilfe mobiler GPS-Geräte wird hier schon seit Jahren praktiziert. Man verwendet diese Technologie, um den Aufenthaltsort von LKW-Fahrern, Handelsvertretern und sogar Stewardessen zu bestimmen.
Nun schlägt die KDDI Corporation of Japan vor, einen im Handy integrierten Beschleunigungsmesser zur präziseren Bestimmung von Benutzeraktivitäten zu nutzen. Dieses System kann unter Anderem korrekt erkennen, ob die beaufsichtigte Zielperson die Treppe hoch oder runter geht oder bestimmte Zimmerreingungsaktionen ausführt.
Diese Programmlösung kann praktisch überall eingesetzt werden. Sie kann z. B. automatisch eine Benachrichtigung an den Manager senden, wenn ein Hausmeister oder Auflader eine zu lange Arbeitspause macht.
Wenn auch ohne erheblichen Erfolg verfolgt Russland immer noch das Ziel, sein nationales Navigationssystem, GLONASS, landesweit zu integrieren. Seine Entwickler planen unter Anderem, dieses System für die Bestimmung des Aufenthaltsortes von Kindern, Angestellten, Strafgefangenen und Autos einzusetzen. Russische Mobilfunkbetreiber haben bereits begonnen, seinen Kunden Navigationsdienste anzubieten, mit deren Hilfe Unternehmen die Position ihrer Wagen und Angestellten über auf der Satellitentechnologie basierende Navigationsgeräte und Handys bestimmen können.
Mittlerweile haben russische Blogger ein eher ungewöhnliches Verfahren zur Überwachung von Arbeitsaktivitäten vorgeschlagen. Für dieses Verfahren braucht die Firma einen Kurier anzustellen ausgestattet mit einer Digitalkamera, einem drahtlosen Headset und einem 3G-Handy.

Sobald solch ein “Video-Kurier” z.B. an der Baustelle ankommt, kann er oder sie die Kamera schwenken und den Managern eine beliebige Stelle am Ort ohne jegliche raffinierte Satellitentechnik direkt zeigen.
